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09.04.2012

Neuer Bibelgarten in Bad Rothenfelde geplant „Unser Garten wächst". Bericht Kirchenbote 7. März 2012


Wasser, Salz und Früchte: Das sind die drei Grundlagen, auf denen ein Bibelgarten in der St.-Elisabeth-Gemeinde in Bad Rothenfelde entstehen soll. Um das Projekt weiter anzuschieben, hat sich nun ein Verein gegründet.

Sturmtief Kyrill hatte nach seinem chaotischen Wirken die Idee entstehen lassen. Wie überall im Bistum stürzte der schwere Orkan im Januar 2007 viele Bäume um. Einen davon hinter der katholischen Kirche in Bad Rothenfelde. Die Aufräumarbeiten machten den Blick für das Gelände zwischen Kirchenschiff und Saline frei. Erste Pläne für einen Bibelgarten wurden formuliert, entwickelt - und wieder verworfen. „Ende 2009 gab es aber einen neuen Anlauf", erinnert sich Ulrike Dreyer. Sie gehört zu einer zwölfköpfigen Gruppe in der Gemeinde, die sich konkret um einen Bibelgarten im Kurort kümmert und jetzt auch einen Verein „Bibelgarten Bad Rothenfelde" gegründet hat. Vorsitzende wurde Ulrike Dreyer.

Unterstützung gab es schon früh von Uta Zwingenberger. Die Bibelwissenschaftlerin und Referentin im Haus Ohrbeck entwickelte mit der Gruppe die Grundlagen für den Bibelgarten. Sie einigten sich auf eine Erzählung aus dem Alten Testament: die Vision des Propheten Ezechiel, wie sie in Ez 47, 1-12 beschrieben ist. „Der Text beginnt mit einer strengen Struktur", erklärt Dreyer. So schildert Ezechiel zunächst die Himmelsrichtungen und beschreibt auf das genaueste abgemessene Wegstrecken. „Dann wird die Erzählung bildlich und es wird eine Art paradiesischer Zustand beschrieben." Von der Ordnung zur Fülle - das hat der Gruppe als Bild gefallen.

„Der Bibeltext passt mit seinen Schilderungen vom Wasser und vom Salz auch in den Charakter der Kurgemeinde von Bad Rothenfelde", sagt Dreyer. Die Wasserquellen und die Sole vor Ort nutze man zur Therapie der kranken Menschen. Wasser als Lebensspender, Salz zur Gesundung: Diese Themen sollen sich laut Dreyer in dem Bibelgarten wiederfinden. „Er soll die Menschen zur Auseinandersetzung anregen", formuliert Dreyer den Zweck des Gartens. Mit Texttafeln an den Wegen, will man den Besucher und Kurgäste zur Reflexion über sich selbst verleiten.

Die Menschen sollen auch die Früchte nutzen

In dem Bibelgarten sollen die Kommunionkinder vorbereitet werden können, genauso wie jede andere Gemeindegruppe den Garten nutzen kann. „Gedacht ist an einen offenen Garten, in dem auch Kultur, wie Konzerte und Lesungen stattfinden können", sagt Ulrike Dreyer. Die Menschen sollen auch die Früchte nutzen. Sie werden laut der Ezechiel-Vision gleich zwölf Mal im Jahr geerntet - solle das im gegenwärtigen Klima des Kurortes nicht möglich sein, könne die angebauten Früchte zumindest jeder nutzen, sagt Dreyer und lacht.

Welche Pflanzen man genau anbauen will, ist derzeit noch nicht geklärt. Ebenso die Frage der Finanzierung. Deshalb hat man aus der Kirchengemeinde heraus nun den eingetragenen Verein gegründet. Er kann Spenden gegen Quittungen annehmen und er kann Verträge mit der politischen Gemeinde ausarbeiten. Denn ganz gleich wie groß der Bibelgarten werden soll, muss der Verein über Grundstücksfragen mit der Politik und Verwaltung reden: Der kircheneigene Grund endet bald hinter dem Gotteshaus und wäre zu schmal für einen Bibelgarten.

Die endgültige Größe des Gartens ist derzeit noch nicht umrissen. „Wir denken auch an Bauphasen, die jede für sich einzeln einen Sinn machen", sagt Ulrike Dreyer. Gleich wie er am Ende ausschauen wird: „Unser Garten wächst" - da ist sie sich ganz sicher.

Stefan Buchholz

 

 Zur Sache

Schätzungsweise 160 Bibelgärten soll es in Deutschland geben. 25 davon können in Niedersachsen und Bremen besucht werden. Wie in Bad Rothenfelde, entstehen die Anlagen meist aus Initiativen innerhalb einer Kirchengemeinde. Die Gärten zeigen in der Bibel erwähnte oder in der biblischen Welt vorkommende Pflanzen. Oft finden sich Ergänzungen durch andere Elemente aus Geschichten der Schrift. Fragen der Botanik stehen in einem Bibelgarten weniger im Vordergrund. Vielmehr geht es um die Vermittlung religionspädagogischer Inhalte für den Besucher. Die Gärten dienen aber auch der Erholung und der Andacht.

 

Copyright 2012, Kirchenbote

 

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